Potenzial

Wer imitiert,
der limitiert
sein Potenzial.
Ist nicht genial.

Ob Lachmöwe
oder Mach-Löwe,
mit Flügeln oder Pfoten -
gar nichts ist mehr verboten.

Einst schuldig,
jetzt geduldig
für das Innehalten.
In deinem Sinn gestalten.

Die Hauptsache Regung
und Vorwärtsbewegung;
Die schnelle Veraltung
als neue, helle Haltung.

Jegliche Geiselhaft
pfleglich abgeschafft.
Das Leben nun gelegen, weich,
ja, kommt daher als segenreich!

Es hat zwar bumm gemacht,
aber dich nicht umgebracht.
Deine verspielten Zugrunden:
Feine, gezielte Flugstunden.

Hast deine Unfreiheit überwunden,
die Zeit als deine so befunden.
Der Sinn deines Lebens
nunmehr Gewinn reinen Gebens.

Das Leben nach dem Beben

Wir hatten
Schatten,
aber noch mehr Licht
verinnerlicht.

Unser Design
Entwurf im Dasein.
Gefragte.
Beauftragte.

Durch Schatten-Licht-Reisen.
zu satten Sichtweisen
Stimmig. Immer leiser,

einen Schimmer weiser.

 

Liebe ist Wachstum.

Geboren,
mit allen Zellen, in allen Poren
versöhnt, verbunden zu sein.
So niemals mit dem Entblättern allein.

Leben,
mit aller Kraft, aus vollem Saft zu geben,
vom Zarten, Starken, bis zum Reifen, Welken, Alten.
Doch nichts zu begreifen, festzuhalten.

Sterben,
das Herz zu vererben,
wenn die Zeit ihre Blüten treibt.
Die Liebe jenes Wachstum, das immer bleibt.

 

Kunstgenuss

Irgendwann hab ich die alten Mus(s)ter gehächselt
und nunmehr bewusster die Seiten gewechselt.
Beherzt ins Freie geköpft. Mein Aufhänger: zu reifen.
Zu erschöpft war ich, nur einen Tag länger zu kneifen.

Es sind die Schalen der Erkenntnis, mal die harten, mal die weichen,
die im Dunklen zart der Wahrheit zum Morgenlicht gereichen.
Man erzählt sich, es fällt sodann Hülle um Hülle.
Man wählt und bestellt fortan Fülle in Fülle.

Wie ich es geschafft habe, mir dennoch treu zu bleiben,
ohne mich oder die anderen je abzuschreiben?
Für mich ein wahres Wunder. Von Anfang bis Schluss.
Von oben betrachtet gar ein Kunstgenuss.

 

Wie das Schnuppern an den Sternen

Wer Vergangenheits-Touren bucht,
weil er nach Zukunfts-Spuren sucht.
Wer seine Ahnen überrundet,
indem er Fortschritt erkundet.

Wer nicht fest-, sondern aus- und innehält,
weil er das Schaffen in sein Zentrum stellt.
Wer das Ernten schätzt, aber noch mehr das Pflanzen.
und sich dem Sinn widmet, ganz im Sinne des Ganzen.

Für den ist jede, sei es kleine oder große Begegnung
wie das Schnuppern an den Sternen, gleich einer Segnung.

 

10 Tage Libanon

Tag 1
Noch ein wenig benommen,
aber angekommen.
Die erste Runde geschwommen.
Die erste Höhe erklommen.
 
Tag 2
Innere Quellen,


rauschende Wellen,


die mich auf diesen universellen,
vertrauten, steten Ton einstellen.
 
Tag 3
Hochranken.


Mit den Kleinen und den Kranken


in dieser Musik. Ganz ohne Schranken.


Große Freude. Tiefes Bedanken.
 
Tag 4


Leise, Laut, frisch, schweißend heiß.


Greis, Kind, schwarz, bunt, gleißend weiß.


Eine Reise wie diese der wegweisende Beweis:


Es schließt sich jeder Kreis.
 
Tag 5
Vielfalt der Kulturen.
Mit den Offenen und mit den Sturen
gemeinsam, verbindend auf Hochtouren.
So oder ähnlich hinterlässt man Spuren.
 
Tag 6
Menschheitsgeschichten


staunend, ehrfurchtsvoll ablichten.


Lernend von den Schwergewichten


die Chancen unserer Zukunft sichten.
 
Tag 7


Für manches braucht es kein Warum.


Also einfach bewegt, erfüllt und stumm.


Mit wenig Schlaf, aber umso mehr Mumm.


Die Mehrzahl der Tage tatsächlich um.

 
Tag 8

Einst ein leiser Neuanfang.


Dem hohen Flug und tiefen Gang


folgt nunmehr bald und laut: Nachklang.


Alles im Herzen. Vor allem Gesang.
 
Tag 9
Sich gerade in Schwellenzeiten


unbeschwerte Momente wie diesen bereiten.


Ohne Lasten seine Flügel ausbreiten,


um den hehren Meeren entgegenzugleiten.
 
Tag 10

Hoffnungsvoller Abschied


mit einem letzten dankbaren Lied.


Ob wohl eine Reise wie diese geschieht,


damit man immer klarer sieht?

Heimkehr


Zuhause gelandet.


Vom Gefühl her noch ein wenig gestrandet.


Fazit: Lebenszeit ist kostbar, ja versandet.


Auf dass die Liebe sie umrandet!

Richtfest im Lichtnest

Du, ein Artefakt,
so plötzlich nackt.
Ungelackt.
Von der Liebe ausgepackt.

Dem Weichspülen
folgt das Reichfühlen.
Und deiner Tage Steigbügel
spricht: "Los, komm', zeig Flügel!"

Es gibt keine Worte
für solch' hohe Orte.
Allzu erhaben
für deine, meine Buchstaben.

Es fehlen Schilder?
Nimm deine Seelenbilder.
Zeugnis von Fertigkeit.
Spiegel von Wertigkeit.

Bewusst vergänglich,
zugleich empfänglich
für das Unkenntliche,
gleichsam Unendliche.

Du feierst Richtfest
in deinem neuen Lichtnest.
Nunmehr ohne innere Not
gen jedwedem Abendrot.

Hier, nur noch um dem Schönen
umfassend, hold zu frönen.
Vom einst Fahlen, Kahlen
zum totalen Strahlen.

Ziel, Halt.
Reisen ist Vielfalt.
Stets hier, umsorgend groß:
des Lebens, der Liebe Schoß.

 

Ohne Druck und mit (Er-) Füller

Von der Geburt
bis zum letzten Endspurt
sind wir alle Wesen,
die einander sehen. Lesen.

Die einander suchen
und bisweilen buchen.
Die Liebe neu, der Sinn alt.
Es zählt nicht die Klappe, sondern der Inhalt.

Ein ewiges Entblättern
von Zahlen und Lettern.
Wir füllen Kapitel.
Es bleibt einzig der Titel.

Seitenweise
so unsere Gezeitenreise.
Von wegen kleingedruckt.
In unser Sein geguckt.

Das Papier ganz speckig.
Das Herz aufweckig.
Geschichten vom Lieben.
Zu Ende geschrieben?

Seitenende, Zeitenwende

Du hast den Mut, dich festzulegen,
und dich dann wieder zu bewegen,
wenn innere wie äußere Reisen
zu einer neuen Sicht weisen.

Und auch im Scheitern beweist du Mumm.
Ja, lieber lernen als ewig dumm.
Fernab der Feigen, die schweigen,
nennst du dein Leben dein Eigen.

Du handelst als Träumer, Dichter, Denker
und nicht als Schäumer, Richter, Henker.
Hinter Missgunst und Häme steckt
zumeist Bewunderung aus tiefstem Respekt.

Deine vielen Gedankenrillen
sind eben nicht da, um zu chillen.
Du hast die Fertigkeit,
du hast die Wertigkeit!

Du verwandelst bekannte Schauplätze
in neue, ungeahnte Bausätze.
Du liest bis zum Seitenende
und bist danach selbst die Zeitenwende.

 

Aufwärts nach diesem März

Es liegt nicht an dir. Es liegt an der Steigung.
Es wird wieder einfach, wenn auch ohne Neigung.
Wenn's Leben grad schwer ist, nimm du es leicht.
Wenn's grad nicht genug ist, sei du es, der reicht.

Wachstum
ist halt kein Klacks, drum
vertraue, dass das Steile
mehr taugt als Langeweile.

Sie gehören dazu, all diese Zyklen der Zeit,
wiederholen sich stetig, führen so zur Neuigkeit.
Die Themen so ähnlich - zum wievielten Male?
Und es geht doch nach oben in dieser Spirale.

Ein Etappensieg,
dieser Bewährungsaufstieg.
Ja, es geht aufwärts
nach diesem März.

 

An den Moment

Lieber Moment,
obwohl dich jeder kennt,
ist leider doch der Trend,
dass man dich verpennt.

Man nennt dich "Jetzt",
während man dich versetzt,
weil man ins Morgen hetzt
oder über gestern schwätzt.

Du bist nicht die Zeit,
aber allzeit bereit.
Du bist Gelegenheit
ganz ohne Eitelkeit.

Manchmal bin ich in dir.
Doch du bist immer hier.
Geduldig mit mir.
Lebensfreude. Elixier.

Lieber Moment,
auch wenn wer rennt
oder deinen Wert verkennt,
bist und bleibst du es: unser aller Präsent.

 

Eine Geschichte über das Schleifenlassen und

warum diese Formulierung auch etwas Gutes bedeuten kann.

"Lässt sich das Leiden vermeiden?", fragte der Diamant,
als das Leben ihn roh am Rand des Weges fand.
"Nein, ich fürchte nicht.", sprach da ganz frei das Leben.
"Aber es macht dich schön und deine Kanten eben.

Er wird wehtun und schmerzen - der polierende Eingriff.
Aber edel wirst du sein nach einem solchen Feinschliff."
"Gut, dann leg' halt los. Ich bin bereit zu scheinen.
Lieber froh als roh unter den vielen Steinen."

Es ging zu Werke das Leben mit ganz sicherer Hand.
Mal mit Sanftheit, mal mit Stärke, wie's es grad befand.
Es schliff hin und her. Hoch und, ja, auch runter.
"Aaah!", rief unser Freund , "Werd' ich je wieder munter?"

"Hab' Geduld, mein Lieber. Hab' Vertrauen in mich.
Lass' dich fallen im Schlaf. Gewiss, ich wecke dich."
Und so träumte der Stein von seiner neuen Brillanz,
seinem hübschen Leben im neuen Glanz.

Erst ein Flüstern, dann ein Rufen: "So, jetzt komm' zurück!"
Da! Dem Leben war's gelungen: sein Meisterstück.
"Fremd und wunderschön, und doch mit dir verwandt:
Ecken, Kanten und Form von dir als Diamant!"

Und das Leben war zufrieden. Oh, es liebte die Wandlung!
So zu transformieren: seine Lieblingshandlung.
Die Steine sagen nein zumeist zur Frage des Lebens.
Doch das Angebot, das lernen wir, ist niemals vergebens.

 

Quittung

 

Mein Herz war verstopft.
Der Rest von mir verkopft.
Habe lange gerödelt.
Meine Würde fast vertrödelt.

Bei all meinem Gekrache
ging's mir oft nicht um die Sache.
Habe viel und mich vertan.
Dann fing das Lernen an.

Denn ich stieß an Grenzen.
Spürte Konsequenzen.
Neue Befunde
auf dem Weg zur Stammkunde.

Nach großem Schweigen
stell' ich mich großem Zeigen.
Das Ganze sehr persönlich
und vor allem jetzt versöhnlich.

Die Sache bereinigt,
haben wir uns geeinigt.
Sind nun beide wieder fit
und für immer quitt.

 

Was prägt und trägt

Von der toten Hose
zur roten Rose
ins Leben neu verliebt.
Was das Entdecken gibt!

Tanze und springe,
reite auf der Klinge
in deinen Träumen,
aber auch Lebensräumen.

Deine Stärke
ist für die großen Werke.
Wähle achtsam, was dich prägt,
damit es dich beizeiten trägt.

Achte dabei
auf jedes Detail.
Bei Kraut und Rüben:
einfach noch mehr üben.

Von Hoch- zu Demut verkleinert.
Zu Sternenstaub verfeinert.
Hier und jetzt!
Der Moment hat auf dich gesetzt.

 

Der Beginn von Gewinn

Ich raune.
Ich staune.
Ich freue
mich über das Neue.
Ich bin ganz.
Und was auch immer es ist:
Ich kann's!

 

An mich selbst

Lass das Leben auf dich reimen.
Deine Rhythmen und Takte timen.
Dich dem Raum und der Zeit entrücken.
Dich verzaubern und verzücken.

Hör' auf, um dich selbst zu kreisen.
Fang an, anderen den Weg zu weisen.
Ach ja, und lass' das mit dem Schmachten
im überholten Althergebrachten.

Wer will schon verderben
in vergangenen Wettbewerben.
Sei also standhaft wie eine Zeder
mit einer Leichtigkeit wie eine Feder.

Du darfst Gas geben.
Nach deinem eigenen Maß leben.
Zwischendurch ein Glas heben.
Und vor lauter Spaß schweben.

Aus einem kleinen Schritt
wird so ein großer Ritt.
Das wilde, freie Spiel der Kräfte:
Der Sinn, das Ziel der Lebenssäfte.

 

Das Experiment

Wenn's dir zu weit geht, gehst du weiter.
Sei dir gewiss der Wegbegleiter.
Sie verstehen, wie du, dass sich Ehre häuft,
wenn deine, unsere Zeit nicht mehr ins Leere läuft.

Auf dem neuen Weg also ins Volle laufen,
dabei nur noch das bereichernd Tolle kaufen.
Die Leere so gegen die Fülle tauschen,
sich an der neuen, erfüllten Hülle berauschen.

Du musst nicht immer wissen, wer du bist.
Es reicht, wenn du spürst, was in dir ist.
Musst nicht länger suchen, nicht mehr leer laufen.
Lass dich fallen, feiern, vom freien Meer taufen.

Das Wesen verrückt
und neu bestückt.
Das Experiment:
geglückt.

 

Fragen mit Flügelschlag

Er will nicht mehr den Riesenapplaus.
Geht am Ende gestärkt und als Riese nach Haus.
Hört...damit auf, dies und jenen zu brauchen.
Sieht zu..., seinen Genen Sinn einzuhauchen.

Sie strahlt. Endlich selbst. Und nicht bloß zum Schein.
Baut auf niemanden mehr, um selbst groß zu sein.
Und sie klatscht auch nicht mehr, weder mit Mund, noch Hand.
Steht fest da, in ihrer Mitte, und hält den Rand.

Immer ruhiger. Bisweilen auch immer wilder.
Glutentbrannt durch die Funken innerer Bilder.
Ein Komponieren ähnlich einem Import,
einem Schöpfen aus der Ferne. Von vertrautem Ort.

Worte, Begriffe, eher hilfweise Krücken,
niemals Selbstläufer, selten Fach-Werk-Brücken,
in jene Welt, die ohne Fach und Werk besteht,
die sie sich ewig neu erfindet und um Liebe dreht.

Weil auch ich oft unbeholfen was mit Zügel sag',
setze ich auf jene Fragen mit Flügelschlag:
Was können du und ich, was sonst keiner kann?
Und wenn DAS nicht groß ist, was ist es dann?

 

Fü(h)r dich.

Das innere Feuer schüren.
Mit allen Sinnen spüren.
Einander zu Tränen rühren.
Mit Blick auf die offenen Türen
das, was uns verbindet, sichtbar machen. Küren.
Das ist Führen.

 

Eine muss den Anfang machen.

Ich habe zugesehen. Und geschwiegen. Ich wurde ja nicht gefragt.
Doch als ich zur Zeugin wurde, verstand ich, dass man zustimmt, wenn man schweigt.
Ich habe mir ein Herz gefasst. Gesprochen. Den Klang meiner Stimme nicht länger vertagt.
Weil es wichtig ist, weil es richtig ist, dass man Haltung zeigt.

Ich hab es ausgehalten, abgelehnt zu werden. Auch den Mangel an Respekt.
Habe Pfeile vorbeizischen lassen, die man in meine Richtung abzielte.
Durchschauend, dass sich jeder Angreifer hinter einem Vorhang von Schmerzen versteckt,
habe ich mein Wesen gewahrt als das Kind, das aus purer Lebensliebe spielte.

Ich war danach kurz erschöpft, sogar wütend. Doch einzig Frieden, Gelassenheit sind die Antwort.
Solange wir fliehen, uns rächen und kämpfen, wiederholt sich unsere Schlacht.
Weil wir sie mitnehmen, all unsere Themen, in jedes Büro und an jeden Strandort.
Bis jemand mutig innehält und wach wird. Dann ist vielleicht ein Neuanfang vollbracht.

 

Was will Kunst?

Will Kunst sich einmischen
oder uns am Ende einfach nur das echte Leben auftischen?
Uns erfrischen
und dabei knallen, krachen und zischen?

Will Kunst einschreiten
oder uns behutsam anleiten?
Uns verzaubern mit ungeahnten Neuheiten.
Uns dabei mal tragen und mal reiten.

Will Kunst was bewegen
oder uns mal rufend, mal flüsternd ans Herz legen
nicht immer abzuwägen,
sondern uns wahrhaftig zu regen?

Will Kunst stören,
sich an sich selbst betören
oder doch mit offenen Ohren zuhören?
Einzelnen Stimmen. Ganzen Chören.

In kreativ
steckt immerhin tief.
Und ja genau, kreativ
reimt sich auch auf Korrektiv.

Ich fasse zusammen: Kunst ist nicht der neue Hype.
Kunst war schon immer der echte Vibe.
Wir reden von unser aller Rohstoffen.
Wollen wir sie nutzen? Sind wir wirklich offen?

Es bleibt zu hoffen.

 

Was ich kann

Ich kann die Dinge nicht rund machen, die es einfach nicht sind.
Kann das Schöne nicht festhalten, wenn es in meinen Händen zerrinnt.
Ich kann auch ganz bestimmt nicht ändern, wie die Menschen sich entscheiden,
kann weder leiten, was sie wollen, noch kann ich lenken, was sie meiden.

Ich kann nicht bauen auf all jenes, was nicht hier ist, um zu bleiben.
Kann das Wirrwarr nicht entwirren, ordnen oder gar vertreiben.
Ich kann nicht helfen oder retten, wenn mein Gegenüber irrt,
kann nicht eingreifen, wo Not zur Selbsthilfe heranreifen wird.

Aber eines kann ich tun, und das ist lieben, immer wieder.
Mein Tun gleich jener Melodien der schönsten Liebeslieder.
Versuchen will, ja muss ich es, Dreiklänge zum klingen zu bringen,
die aus Händen, Kopf und Herz die Welt um mich, in mir beschwingen.

 

Ohne Wenn und Aber

Du musst wieder träumen! Was auch immer das heißt.
Werde bitte wieder wach, wenn dein Herz dir entgleist.
Still. Fragst du dich manchmal, wann all die Farben
in dir, um dich herum, erst verblichen, dann starben?

Egal. Hol' sie unverhohlen zurück in deine Welt,
ehe wieder ein anderer den Rahmen stellt.
Hey. Wer bist du wirklich, so tief in dir vergraben?
Ich mein' dein inneres Kino, deine ungelebten Gaben.

Wär' dein Leben ein Bild, Film, Gedicht oder Lied,
und du der Künstler, der das Werk mit einem Titel versieht,
was würde wohl über dem Ganzen stehen,
wenn es Zeit ist, zu vollenden und weiterzugehen?

Der langsame Tod? Oder das große Erwachen?
Das Märchen vom Glück? Oder die Geschichte vom Machen?
Das Drama vom Sucher, der von Ort zu Ort ritt?
Niemals wirklich geliebt? Oder im Herzen Fortschritt?

Das Ende gehört dir. Lass dir nichts anderes vermitteln,
weder von Freunden, noch Verwandten, noch von Menschen in Kitteln.
Wirklich. Alles ist möglich. Alles andere: Gelaber.
Was du brauchst, das trägst du in dir. Jetzt kein Wenn. Und auch kein Aber.

 

Gib meinen Tanz her!


Ich stamme
von einer Flamme.
Bin, weil wir zum Leuchten gekommen sind,
auch nach all der Zeit kein gebranntes Kind.

Lauter Laute,
die ich einst kaute.
Meine eigene Stimme nun sanft, mild, nicht heiser.
Mein Wesen, mein Denken auch endlich leiser.

Vom Waisen zum Weisenden,
zum leise Reisenden,
bitte ich jedes Wesen, mich selbst um Verzeihung.
Was war, ist gewesen. Was zählt ist Befreiung.

Nicht mehr bleiern.
Täglich feiern.
Nach all dem Verkopfen will ich keinen Kampf mehr!
Das Herz soll laut klopfen. Also gib meinen Tanz her!

 

Von Flügeln und Flossen


Ich schwamm einst los.
Die Wellen erst klein und dann groß,
feierte ich mal traurige, mal heitere Feste,
mal mit, mal ohne Rettungsweste.

So manches Mal tief abgetaucht,
habe ich einen langen, stillen Atem gebraucht.
Nennen sich Flügel unter Wasser Flossen?
Die Hauptsache schwebend den Anblick genossen.

In den Meeren geflogen
und dabei Lehren gezogen.
Fast unterkühlt
angespült.

Nicht verhüllt,
sondern Lichterfüllt
malte und schenkte mir dann des Lebens Pinsel
meine Insel.

 

Beleg schafft

 

Du nennst es Halt.
Ich nenn' es alt,
wenn man sein Tun damit erklärt,
dass Tradition halt keinen Spielraum gewährt.
Bleiben wir aber nicht jünger
mit der Bereitschaft, des Lebens Dünger
zu nutzen und jene Samen zu hegen,
die am Ende unser Dasein als Menschen belegen?

Von wegen gescheitert.
Bewusstsein erweitert!
Ganz ohne Doping und Drogen
in neue Sphären gesogen.
Nichts mehr schlecht oder gut
in dieser kreativen Glut,
weil jenes Holz, das schon fast modert,
zu neuem Sinn kommt und jetzt lodert.

Modern oder modern - eine Frage der Betonung.
Bare Talente ein Teil deiner Belohnung.
Du bist die Landebahn. Und auch der Flieger.
Mit Vorsatz zu Verlieren macht den wahren Sieger.
Von der ängstlichen Verwaltung
und der schleichenden Veraltung
zur Funkenfluggestaltung
mit Weitblick. Und mit Haltung.

 

Über'm Berg

 

Mal ein kleiner, mal ein großer
Türaufstoßer.
Hier Tänzer. Da der stille Held,
der die Welt im Inneren zusammenhält.

Ein Träger, oder noch genauer:
ein Brückenbauer.
Und dabei nicht minder:
ein Verbinder.

Von der eigenen Höhe bestärkt.
Und dabei gemerkt:
Du bist gar kein Zwerg.
Du bist der Berg.

Und nun auch darüber.

 

Nicht mehr müde

Es schließt nicht.
Es fließt Licht.
Dieses Leuchten.
Hier, die Augen zu befeuchten.

Gestern Frustzoll.
Heute lustvoll.
Befriedet,
da selbst das Glück geschmiedet.

Sattitüde.
Mattitüde.
Plattitüde.
Nicht mehr müde.

Jetzt Attitüde.

 

In diesen Tagen der Fragen

In diesen Tagen
der Fragen
nicht die alten Antworten
horten.

Mehr Schluckauf
als Schmucklauf.
Dein Kopf: Druck drauf.
Dann guck rauf.

In diesen Monaten
der Sonaten
vielleicht fragil,
aber vor allem agil.

Wenn alte Identität
nicht mehr steht
und nichts wie früher geht,
wird es konkret.

In diesen Jahrzehnten
des Langersehnten
nicht mehr ohne Substanz,
sondern mit Siegerkranz.

Auf deinem Thron warten
deine Kronkarten.
Den schon harten
folgen weiche, wechselnde Tonarten.

In diesen Lebenskreisen
der Herzenswaisen
sterben,
um das Leben zu erben.

Jetzt, auf der Zielgerade
kein bisschen schade
um die alte Fassade
und hohle Tirade.

In diesem All
von Licht und Schall
nicht mehr existieren.
Realisieren.

 

Warum jetzt und warum du? Weil!

 

Weil das Licht heute für dich scheint.
Weil die Sonne heute dich meint.
Weil der Rhythmus heute dich packt
in diesem neuen Auftakt.

 

Wie ein alter, löchriger Mantel,

oder eines vergangenen Lebens schwere Hantel,

legst du ab jenes erdrückende Gewicht,

unter dem selbst der Stärkste irgendwann zusammenbricht.

 

Offene Miene
zur jeweiligen Zeitschiene,
zu jenen weiten Welten
und Himmelszelten.

Aus entzwei
wird so frei.
Und nach Ohr
kommt Sprachrohr.

Vom Tragenden
zum Fragenden.
Vom Ruhenden
zum Tuenden.

Jenem vertrauen - blind -,
was wir nicht zu steuern imstande sind.
Es nicht länger negieren,
aber eben auch nicht regieren.

Gelassenheit
auch in der krassen Zeit.
Stoa
wie auf der Arche Noah.

Gefühlte Elfen,
hier, um dir zu helfen.
Viele Instrumente. Ein Orchester.
Mutter. Vater. Bruder. Schwester.

Wie ein farbenfrohes, schillerndes Kleid,

eines federnden Lebens Leichtigkeit,
legst du nun an jenes neue Gewand,
das nie ein anderer für dich fand.

Weil das Licht heute für dich scheint.
Weil die Sonne heute dich meint.
Weil der Rhythmus heute dich packt
in deinem neuen Auftakt.

 

Farbe bekennen


Mich sortieren.
Nicht mehr stammeln.
Mich nach Hause eskortieren.
Mich dort sammeln.

Vom Eigengrau
einer feigen Frau
zum Bunt.
Ein neuer, starker Bund.

Lieber Schwund
als zwanghaft rund.
Lieber Morgentau
als Sorgenkau.

Gebot der Stunde:
Verzeihung.
Aus Not wird Kunde.
Befreiung.

Sich bei den Gedanken bedanken


Als der Verstand
sich zu leer fand,
fing er an zu brüllen
und sich anzufüllen.

Sich bei den Gedanken
bedanken.
Ihnen zunicken
und sie dann weiterschicken.

Aus Zeit im Wirrwarr
wurde eine Auszeit, in der ich im Hier war.

Hauptsache, wir raffen was.

"Wir schaffen das!"
Ich hoffe, wir raffen was.
Dass Krieg jeden betrifft.
Dass keiner gern' von zu Hause wegschifft.

"Wir schaffen das!"
Ich hoffe, wir raffen was.
Keiner will uns stören.
Wir müssen lernen, wieder zuzuhören.

"Wir schaffen das!"
Ich hoffe, wir raffen was.
Unsere Angst vor Terror
der einzig wirklich große Error.

"Wir schaffen das!"
Ich hoffe, wir raffen was.
Unsere Sicherheiten gibt es nicht.
Am Ende dieses Tunnels sind wir selbst das Licht.

"Wir schaffen das!"
Ich hoffe, wir raffen was.
Zu geben ist nicht nur Nächstenliebe.
Es ist selbstverständlich und das Öl im Weltgetriebe.

Ich hoffe, wir schaffen
das mit dem Raffen
und hören auf zu streiten.
Freunde! Zeit das Herz zu weiten.

Ist all das Lieben?

Ein Abenteuer.
Der Abend teuer.
Übertrieben.

Auf weißem Pferd geritten.
Danach versehrt gelitten.
Hinterblieben.

Behände gekämpft.
Am Ende gedämpft.
Aufgerieben.

Auf das Glück besonnen.
Die Freiheit zurückgewonnen
Die Geschichte umgeschrieben.

Scheues Schweben.
Ein neues Leben.
Wolke Sieben.

Coole Socken rocken!


Sehen wir nicht immer:
Funkeln, Glanz und Schimmer.
Aber noch viel Schlimmer:
unser Wahrheits-Gezimmer.

Man hört es zu Hauf:
Mach' Augen, Ohren auf!
Nimm so manche Desillusion in Kauf
und lass' dem Leben seinen freien Lauf.

Vom zynischen und armen Opfer
zum erfindungsreichen Löcherstopfer.
Es sind am Ende eben die coolen Socken,
die dich, mich und das Leben rocken!

Zukunfts-Nährstoff


Für den anderen freuen. Alles Glück dieser Erde!
Auf dass er Liebe finde und glücklich werde.
Was ich ihm zugestehe, was ich ihm gewähre,
der Stoff, mit dem ich meine Zukunft nähre.

Darf ich hier noch ein bisschen verweilen,
solange meine Wunden heilen?
Aber ehe ich mich zu lange schone,
lieber schnell raus aus der gewohnten Zone.

Denn wie ich's auch drehe oder wende,
das Alte geht hier und jetzt zu Ende.
Das Überholte bleibt zurück. Geht letztlich ganz verloren.
Neues kommt mir entgegen. Wird geboren.

Meine dünne Haut mit neuen, zarten Poren.
Mein dickes Fell: ganz frisch geschoren.

In sich selbst verliebtes Herzklopfen


Es ist einfacher, zu finden,
wenn die Kräfte schwinden,
weil man sich so völlig entleert
nicht mehr um das Falsche schert,
sich nicht mehr der Wahrheit verwehrt,
sondern endlich vor der eigenen Haustür kehrt.

Anstatt abzuwarten
durchstarten.
Aus Tränen und Regentropfen
werden in sich selbst verliebtes Herzklopfen.

Der Liebe Tribut zollen
und sie nicht mehr wollen.

Wechselreifen


Am Ende lieber auf Sicht gefahren.
Stets zu Diensten: Lichtgebaren.
Nicht immer alles selbst steuern,
managen und anheuern.

Das Leben selbst am Lenkrad,
bestimmend über den Schwenkgrat.
Auf allen Vieren Reifen. Oder reifen.
Rock 'n rollend auf dem Mittelstreifen.

Volle Hochauflösung


Mich aufraffen.
Was Großes schaffen.
Nur wenn es Angst macht, ist es neu.
Oder: Nur wenn es Angst ist, macht es neu.
Wie auch immer: Alles neu und sich doch treu.

Je mehr offene Fässer,
desto besser.
Ganz ohne Kontrolle.
Das ist ja das Tolle.

Kneifen?
Nur, weil die Träume greifen.
Trübheit ade.
Denken, sehen, leben in HD.

Nach all den Jahren

So viele Jahre kennen wir uns jetzt schon.
Immer bist du da, liebe Spiegelperson.
Und wenn ich dich auch nicht immer verstehe,
entscheidend ist, dass ich dich sehe.

Auch ein Lächeln gibt's von Zeit zu Zeit.
Wir sind ja quasi wie zu zweit.
Oft sag' ich dir sogar guten Tag,
weil ich dich nach all den Jahren echt gut leiden mag.

Ein Schulterblick als geschulter Blick
in den Spiegel: Du bist nicht artig. Aber einzigartig!

Mein Spiegelbild:

heute Gütesiegel mild.

 

Für das Leben bist du ein Abenteuer.

Du nimmst dich mit.
Bei jedem Schritt.
Offenheit oder Lügen,
Betroffenheit oder Vergnügen.

Und doch bist du oft nicht dabei. Zugegen.
Deswegen:
Zwischendurch innehalten,
anstelle von neben dir Dahinnealten.

Nimm viel leicht.
Manches kleine Ziel reicht.
Es muss passen.
Sonst lieber bleiben lassen.

Den Schmerz rausschreien.
Dann verzeihen.
Jeder Morgen ein Reset.
Mit einem großen JA aus dem Bett.

Nimm dich mit.
Bei jedem Schritt.
Sei betört
von dem Flirt

mit dem Leben.

Frieden kriegen

Das Ego selbstgerecht.
Die Dynamik verkannt.
Wie ein Querulant
mich in was verrannt.

Wenn immer alle kuschen,
droht Vertuschen.
Courage ja, Gefechte nein.
In Rage zwar, aber der Gerechte sein.

Das Credo nun echt.
Jetzt lieber tolerant.
Nicht mehr wutentbrannt.
Es lebt sich gut entspannt.

Wer nie genug kriegt,
probiert's mit Frieden.

Kein laufendes Verfahren mehr

Mögen unsere Vorfahren
in Scharen
und mit Fanfaren
vorfahren,
um uns vor manchem Verfahren
zu bewahren.

Unser Stammbaum:
Helfer am Traum.
Jeder Ast:
Träger der Last.
Jedes Blatt, jede Blüte:
der Brüderlichkeit Güte.

Kein Leistenbruch

„Schuster bleib’ bei deinen Leisten!“,
ist das Muster der Allermeisten.
Ich sage, wir können es uns leisten, uns auszudrücken.
Nur so wird uns das Leben rücken.
Bestücken.
Drücken.
Entzücken.
Beglücken.
Und wir am meisten
leisten.

 

Es war immer hier.

Das beseelte Licht,
es fehlte nicht.
Es war immer hier.
Direkt in mir.
Dass mein Leben darin mündet,
dass dieses Licht mich so entzündet!
Ich schweige.
Ich verneige
mich vor dieser Architektur,
schönster, feinster Schraffur,
diesem Glanz.
Diesem Lichterkranz.

 

Hold the Leine

Der Sinn von einem Experiment
ist, dass man vorher nicht das Ende kennt.
Segeln
ohne Regeln.
Leine los,
du bist alleine groß.
Du bist dein Maß.
Zieh' Leine, gib Gas!

 

Kreissegen

Viele kleine, teils stumme, teils blinde Schritte.
Von der Randnotiz zur Lebensmitte.
Der berühmte Stein, der ins Wasser fällt,
es trifft und befähigt, damit es sich wellt.
Viele kleine Neins zu einem großen Ja.
So stehen wir schließlich als Radius da.

 

Auf Samtpfote zur Gesamtnote

Ein geplatzter Knoten
angeschlichen auf Samtpfoten.
Lieber Katerstimmung als Katzenjammer,
lieber heller Wahnsinn als Dunkelkammer.

Wer wir sind?
Wer lebt, der spinnt.
Der bebt, beginnt.
Schwebt wie ein Kind.

Das zarte Rauschen, der Meere leise Solen.
Auf des Lebens Warte lauschen, bis uns des Lebens Kreise holen.
Von den Verboten zu den scharrenden Hufen,
zu den Vorboten, ihren entstarrenden Rufen.

In den Stoßzeiten
nicht groß fighten,
gegen die Bosheiten,
sondern drauflosreiten.

Sich hingeben. Prickelt. Und macht Schule.
Das Leben: Entwickelt. Gleich einer Spule.
Einräumen, gönnen, was uns schon immer zugedacht.
Träumen können. Am Ende die Zeit mit Schimmer zugebracht.

Im Schauer, im Trüben
mit Power nach drüben.
Von der Trauer in Schüben
zu der Ausdauer im Üben.

Das Ganze eher tänzelnd steppend
als schwer, zäh, träge oder schleppend.
Es kommt daher auf Samtpfote,
der Lebensschule Gesamtnote:

Wir sind eins.

 

Federn lassen

Das Leben: Federn lassen.
In diesem Auf und Ab, dieser Leichtigkeit immer wieder neuen Mut fassen.
Die Flügel nicht gestutzt, sondern das, was uns zum Stutzen bringt,

weil das Leben immerwährend tanzt und lacht und singt...

 

...und eben federnd schwingt.

 

Keine Zeit mehr

Wenn die Vergangenheit
nicht vor Verlangen schreit,
sondern mich stärkt, beschwingt,
damit nach vorne bringt,
zu mehr Lebendigkeit.

Wenn die Gegenwart
sich um mich wie ein Segen schart
und nicht vergänglich lacht,
sondern mich empfänglich macht
für der Schönheit Ewigkeit.

Dann hat die Zeit
mich von sich selbst befreit.

 

Endlich aufgemacht

Diese Öffnung zu mehr Wahrheit - längst nicht so schlimm wie einst gedacht.
Sich besonnen, geschüttelt, verziehen und endlich, ja endlich aufgemacht.
Mmmh, und gebe ich auch alles, um zu reifen, hinaufzugleiten,
ist das Regelwerk doch größer. Treffen mich auch die Gezeiten.

Ich mag ja schnell sein, digital, erforschend, zunehmend  versiert.
Und doch kann ich nur selten steuern, was sich findet, sich verliert.
Ist es Demut also, die mich dieser Rhythmus lehren will?
Höchstwahrscheinlich. Dieser Takt atmet mich ein und macht mich still.

Demut nicht im Sinne von passiv und immer kleiner.
Demut als Pendant zu tief, zu Schimmer und zu feiner.
Sehr relativ sind Schmerzen dann, wenn ich das so betrachte,
nicht kleinteilig, sondern großräumig des Lebens Ordnung achte.

Kaum Sinn besteht fortan darin den Kopf mit Fleiß zu füttern,
wenn die großen Themen mein Innerstes, das vergessene Herz erschüttern.
Woran erfreuen? Was erbauen? Mit welchem Maß? Welcher Horizont?
Vom Kämpfen hin zum Lieben an des Lebens erster Front.

 

 Von Sinn und Neubeginn

 

(inspiriert durch die Teilnehmer der Zukunfskonferenz der Brand Eins ist diese poetische Collage entstanden, die ich im Rahmen der Konferenz zusammengesetzt, in Reimform gebracht und dort vorgetragen habe)

Für den einen Ende Gelände, für den anderen Zeitenwende.
Innehalten, wahlweise einen Gang runter oder höher schalten.
Sich selbst in eine Auszeit schicken, um nach innen zu blicken.
Wer mehrt Mehrwert?
Informativ, normativ,
Emotion, Motivation,
bitte viel Vision, Reflexion,
Inspiration, Passion,
Irritation, Gehirnvibration,
Tradition, Innovation,
Revolution, Installation,
Transformation, jede Generation,
jede Organisation, nicht End- sondern Wendestation.
Wir alle in der Wandelhalle.
Umgeschmissenes Business.
Nicht für die Feigen: hamstergerädert aussteigen.
Für sich und seine Kunden Neuland erkunden.
Sich selber kennen, um für eine Sache zu brennen.
Dialog analog.
Nicht ver-, sondern abbiegen, für sich selber siegen.
Behänd zum eigenen Trend.
Verantwortung übernehmen bei den wichtigen Themen.
Haften für seine Botschaften.
Vom Entleerten zu den eigentlichen Werten.
Genial durch gelebtes Potenzial.
Wende designen und dabei vereinen.
Auch noch morgen Seelsorgen.
Auf Umwegen überlegen.
Bescheiden entscheiden.
Implementieren und reagieren.
Aktiv und tief.
Nicht verletzen, sondern wertschätzen.
Mit vielen zusammen spielen.
Dynamisierung, Zelebrierung.
Sich rühren, spüren,
führen, auf Augenhöhe mit offenen Türen.
Gelassen die nächsten Chancen erfassen.
Sich auf den Wandel einstimmen, auf seiner Welle schwimmen.
Freie Räume für große Träume.
Vom Schutt zu neuem Input.
Zu neuer Form abseits der Norm.
Nicht klagen, sondern fragen:
Welche Gewichtung für welche Richtung?
Lass’ das Richtige ruh'n, du darfst jetzt das Wichtige tun.
Sich nicht zieren, sich umzuorientieren.
Keine Sekunde vergeuden: Wendemanöverfreuden.
Nicht zurückschrecken vor dem Entdecken.
Die Entscheidung fällen, sich neu aufzustellen.
Besser leben, kesser streben.
Zusammenweben und von sich geben.
Neue Muster, noch bewusster
handeln, wandeln,
anregen, bewegen,
berauschen beim Austauschen.
Mehr Zukunftslust als Angst vor dem Verlust.
Krisen, ihr macht uns zu Riesen!
Neue Devise: Spielwiese.
Hier: Neugier
Damit den Tellerrand überrannt.
Improvisieren anstatt zu frieren.
in diesem einstigen und heute stillen Werk von Kraft
'ne Menge geschafft!

 

 Lachen mit den Schmetterlingen

 

Wir sagen, wir hören die Schmetterlinge lachen.
Wie wär's dann, wenn wir's genau so wie sie machen?
Der Schmetterling weiß nicht, was ihn erwartet.
Ihm ist auch egal, dass da was entartet.
Ihn interessieren auch nicht sowas wie ein Gruppenziel
oder die Unannehmlichkeit am (Ent-) Puppenspiel.
Was auch immer die anderen von ihm halten,
ihm geht es einzig darum, sich zu entfalten.
Und während sich mancher von uns noch ziert und zügelt,
steigt er hoch empor - bunt verziert und beflügelt.
Nicht mit des Lebens gutem oder schlechtem Wetter ringen.
Losfliegen. Lachen mit den Schmetterlingen.

 

Stets in diesem Moment

 

(entstanden im Mai 2016 im Libanon)

 

Der Horizont gibt sein letztes Lila Preis.
So schließt sich am Abend auch dieser Kreis.
Die Weite des Meeres wie offene Türen.
Aus mir entweicht Schweres. Ich lass' mich verführen
von den Düften, den Farben, dem Glitzern, den Klängen,
dem Chaos, den Enden, den Neuanfängen.
So fremd, so berauschend, so mysteriös
und allumfassender als religiös
ist dieser Traum, ist diese Welt,
die so viel Kraft und Pracht enthält.
Ich bin ein Licht. Eines unter ganz vielen.
Hier, um zu strahlen, mit Glanz zu spielen.
Ein Licht, das vereint mit den anderen brennt.
Am Tag. In der Nacht. Stets in diesem Moment.

 

 1000 Kilo Gänsehaut

Wenn sich jemand mal was Großes traut.
In den Dimensionen seines Universums handelt.
Und dabei mit den Sternen wandelt.
Bekomme ich ein Kilo Gänsehaut.

Wenn sich jemand mal was Schönes traut.
Und schöpft, was seinem Herzen entspringt.
Und dabei lacht und tanzt und singt.
Bekomme ich zwei Kilo Gänsehaut.

Wenn jemand mal der Liebe traut.
Dem stillen Glanz des Neuen eine Chance gibt.
Ohne einen Schimmer, wie diese Liebe liebt.
Bekomme ich 1000 Kilo Gänsehaut.

An der Theke des Lebens so nicht bestellt und doch gekriegt:
Das, was jetzt jenseits meines Tellerrandes liegt.
Gibt es geschnitten oder am Stück:
das Glück.

 

Eine wunderschöne Reflexion

Durchhalten.
Einen Gang höher schalten.
Nicht das Feld räumen.
Weiter, größer träumen.

Innere Bilder.
Hinweisschilder.
Nicht abhauen.
Vertrauen.

Nicht auf irgendwas warten.
Durchstarten.
Nicht verbiegen.
Über dem Durchschnitt liegen, ach was, fliegen.

Mit wehenden Fahnen
in ungeregelten Bahnen.
Wacker
auf jedem Acker.

Anstatt träge:
schnelle Herzschläge.
Intakt
im eigenen Takt.

In den Spiegel blicken.
Freundlich nicken.
Der Lohn:
eine wunderschöne Reflexion.

 

Später Frühling

Der Winter vorbei, und es ist immer noch kalt.
Kühling halt.

Bunte Fahnen, die die Natur wieder hisst,
weil’s Blühling ist.

Lange Tage, und endlich sind sie mild,
weil der Frühling nicht mehr chillt,

sondern da ist!

 

Wann und worum sich das Leben dreht

Es plagen ihn nicht die vielen Jahre,
es plagen ihn die wenigen Haare.
Es plagen sie nicht die vielen müden Knochen.
Es plagen sie die wenigen wachen Wochen.

Des Lebens Überschwänglichkeit
wurde irgendwann zu seiner Vergänglichkeit.
Es fragen sich beide, wann genau hat sich’s gedreht?
Und was wohl am Ende dieses Lebens steht?

 

Die Kunst der Gunst

 

In dir wird es dichter,
du atmest schwer,
bist dein strengster Richter
und fällst über dich her.

Bewerte
dich nicht mit solch’ scharfem Schwerte.
Kannst du mir dein Vertrauen leihen?
Du musst dir verzeihen.

Dich im warmen
Dunst des Lebens
mit der Gunst des Vergebens
umarmen.

 

Das neue Wahr


Eure Vergangenheit:
immer noch Bangen, Leid,
in denen ihr gefangen seid
nach all der langen Zeit.

Wirren, die euch spalten, lähmen,
herumirren als die alten Themen.
Ein Klirren ertönt in den kalten Schemen.
Kann man diese, eure Falten zähmen?

Noch seid ihr starr.
Nun werdet klar.
Es stellt sich dar:
das neue Wahr.

 

Der Abflug auf der Resterampe

Wenn Erinnerungen von einst und auch Gefühlswirren
wie Treibgut durch mein Wesen irren
und mir mal heiß, mal klirrend kalt dabei ist,
weil das Alte mich treibt, in mir tobt, mich schier frisst.

Dann sage ich: Mein Herz, hey ich bin jetzt da!
Und es tut mir so leid, dass ich's nicht schon früher war.
Ich wusste es nicht besser, hatte einfach nicht verstanden:
Um lieben zu können, muss man vorher bei sich selber landen.

Von der Resterampe meiner Emotionen
starte ich diesen Abflug, um dich, mein Herz, zu belohnen.
Aus Liebe zu gehen wird sich am Ende bewähren,
weil die Zeit und das Leben selbst uns am Meisten lehren.

Bin nicht angewiesen auf all die ander'n.
Ich kann so auf mich gestellt nach Hause wandern.
Selbst in der Wüste komme ich klar, so ganz alleine,
denn meine Einsamkeit dort ist auch wirklich meine.

Ist dies ein kleines oder ein großes Für-immer?
Eines weiß ich nur: Ohne würde alles schlimmer.
Der Verletzung und den Schmerzen bei der letzten Landung
folgt die Festung meines Herzens in des Lebens Brandung.

Ich werde lieben - ohne zu zögern und ohne zu spielen,
ohne dabei nach links oder rechts zu schielen.
Über das, was wahr und nicht wahr war kann ich schweigen,
um mich vor dem, was Liebe ist, in Demut zu verneigen.

 

Das wahre Atmen

Die Sterbenden mahnen uns, wenn wir sie hören:
Lasst euch bloß nicht täuschen. Lasst euch nicht betören.
Lebt, wofür es sich zu leben lohnt,
weil die Endlichkeit keinen von euch verschont.

Eure Kraft. Eure Stunden. Euer Raum.
Ihr seid das Maß aller Dinge in diesem Traum.
Die Frage ist nicht: Was ist denn richtig?
Die Frage lautet: Was ist euch wichtig?

Die Leute, die ihr Leben denken,
mögen sich ihr Urteil schenken,
über das, was ihr wagt, über das, was ihr seid.
Zu kostbar ist sie - eure Lebenszeit.

Jetzt ist sonst der Moment, den ihr später bedauert,
wenn ihr wegen verpasster Chancen trauert.
Auch solltet ihr Schmerzen niemals verdrängen,
um die Wege zum Herzen nicht zu verengen.

Wahrhaftig zu haften für das eigene Leben,
ohne allzu sehr daran zu kleben,
dabei mutig zu handeln, wendig zu verzeih’n,
sind das wahre Atmen, um lebendig zu sein.

 

Was geht?


Ich verstehe jeden, der verzweifelt sucht
und dabei so ziemlich alles versucht,
unzählige Fortbildungen und Reisen bucht
und das stete Nicht-Verstehen und -Ankommen verflucht.

Doch dieser Kurs, dieses Ticket führen nicht zum Finden,
wenn sie nichts weiter als ein Wegrennen sind mit dem Ziel Zeit zu schinden,
auch nicht das Be- und Ergreifen oder das Sich-an-was-auch-immer-Binden,
sondern schlicht gesagt das Überwinden

deiner Angst.

 

Was ich noch nicht sagen wollte

Nicht immer jeden


Moment zerreden.


Lieber die Hände zusammenfalten
.

Im Regiestuhl des Lebens die Klappe halten.



 

Ich wende mich an mich.


Ein Dialog bleibt innerlich.


Das Leben kann uns so viel zeigen,


wenn wir gucken und um des Zuhörens willen schweigen.

 



Unsere innere Ruhe


eine Schatztruhe.



 

PS: Steht hier für Pferdestärke,


die man im Wörtchen "PSSSssst" bemerke.

 

Entscheidung

 

Schluss.
Kein Zurückschuss.
Jeder Angriff
Feinschliff.
Es tut weh? Verzeih es.
Du willst Recht? Sei es.
Auf dass nicht Jähzorn in dir wüte:
mit Milde und Güte.
Die Störfeuer umwandeln
in Lichter der Demut. Vom Herzen handeln.
Kopf aus und anmutig verbeugen
vor dem stillen Applaus unsichtbarer Zeugen.
Es geht hier um dich. Wen und was du liebst.
Und was du dafür von dir gibst.

 

Das Herz schlägt - aber nicht zurück.

 

Das verletzte Herz will sich verschließen,
sich schützen, wehren, selber schießen.
Das heilende Herz wird groß und vergibt.
Vergisst. Schweigt. Umsorgt. Lässt los. Lacht. Und liebt.

Tief in sich selbst, in seinem Stillen
gibt es sich hin dem sanften Willen.
Umarmt von diesem Puls wird es bisweilen
gehegt, um abermals zu heilen.

Um dann, anstatt verwundet davonzueilen,
gefühlvoll seinen Takt zu teilen
mit Leichtigkeit, mit Eleganz,
mit Ergebenheit in diesem Tanz.

Das verletzte Herz will sich verschließen,
sich schützen, wehren, selber schießen.
Das geheilte Herz ist groß und vergibt.
Vergisst. Schweigt. Umsorgt. Lässt los. Lacht. Und liebt.

 

An den Lehrer

 

Lässt dem Schüler Raum: das wahre Lehren.
Mutmaßt keine Leere. Kann des Schülers Reichtum mehren.

Kann Neugier auf und Liebe für das Leben wecken.
Und dann loslassen. Zeit geben für das eigene Entdecken.

Braucht dabei gar nicht immer viel zu sagen.
Ist ruhig mal still. Stellt dann die richtigen Fragen.

Lernen ist Atmen. So natürlich. Und das Coole:
Das Leben selbst ist die beste Schule.

Lernen ist Liebe. Wer sich vom Kopf entfernt
und dem Herzen nähert, hat am meisten gelernt.

 

Mondial

 

Ich liebe den Mond, weil er im Stillen scheint
und des Nachts mit uns traurig Wachen weint.
Uns vom Blendwerk des Tages beschützt und verschont.
Uns mit Anmut versorgt und mit Güte belohnt.

Mir ist's, als könnten wir zwar auch von den Sternen,
aber vor allem von ihm, dem Mond, so viel lernen:
Auch dann zu geben, wenn keiner guckt.
Auch dann aufzugehen, wenn's keinen juckt.

Sich nicht gegen die Strahlkraft der Sonne zu wehren,
sondern sie als große Schwester zu verehren.
Mal als schmale Sichel, mal als satter Kreis,
nicht immer Preis zu geben, was man kann und weiß.

Weiterzuscheinen, auch wenn's keiner sieht.
Immer zu dienen. Selbst in einem Wiegenlied.
So besonders ist er, und doch für viele gewöhnlich.
Ihm selbst ist's egal. Er scheint immer versöhnlich.

Der Mond ist für mich gar der wahre Star,
weil er schon immer so treu und bescheiden war.
So gern hätt' ich auch mal da oben gewohnt
und ihm den Hof gemacht als die Frau im Mond.

 

Stumpfer Triumph

 

Meine Messer sind stumpf.
Für mich ein Triumph.
Meine Sinne nun scharf
und zu siebt. Bei Bedarf.
Keine Siege, keine Niederlagen.
Nur Antworten. Und noch mehr Fragen.

 

Ich bin

 

Jeder Augenblick ist ein Neubeginn,
in dem ich ein blankes Blatt, frei von Flecken bin.
Was wird aus mir, diesem Stück Papier?
Will ich stiften geh'n, bis ich mich selbst verlier'?

Nein, ich male Zickzacks, male Kästchen, male Kreise
und tue all dies auf meine ganz eigene Weise.
Dies ist MEIN Leben. Und MEINE Geschichte.
Einzig ICH forme. Reime. Dichte.

Ich bin das Maß, der Diener, der Kanal.
Mal hochkomplex und mal ganz banal.
Fest steht: Ich bin ich, mit der Betonung auf "bin".
Hey, Veränderung! Du bist eine Zauberin.

 

Aufgefordert werden

 

Die Grenzen fließen und zerrinnen.
Es grüßt die Früh' im Nachtgewand.
Weit draußen war's, und doch im Innen,
wo meine Starrheit jäh verschwand.

Im Widerspruch nun schwingt das Leben
und steigt empor in neuem Glanz.
Ganz leicht scheint mir dies' neue Schweben,
zieht es auch mich zu diesem Tanz.

In Anmut schwärm' ich so entgegen
jenem gold'nen, warmen Licht.
Kühnste Träume mag ich hegen.
Wohl auch erfüll'n? Ich weiß es nicht.

Erfüllt indes steh' ich am Ende
dieses zarten Neubeginns.
Mit Blick auf diese, meine Hände
erstaunt ob dieses Zugewinns.

Der Vorhang hebt sich zum Erinnern,
als längst das Morgen 'rüberwinkt.
In meinem tiefsten, reinsten Innern
blinzelt die Wahrheit ungeschminkt.

Den Weg werd' ich nun tanzend machen,
mal im Paar und mal allein.
Oh welch' ein Wunder dies' Erwachen
zu großem, hellem, starkem Sein.

 

Genug abgekriegt

 

War mal ein Krieger.
Ein Aufschieber.
Ein suchender Sieber.

Ein Nicht-Genug-Krieger.

 

Mal mit, mal ohne Lampenfieber.

Ein Überflieger.

Und dabei selten ein Sieger.
Ist mir jetzt lieber:

Frieden.

 

Schillerndes Banales

 

Schillerndes Banales in der Morgensonne,
es einzufangen: reine…meine Wonne.
Es ist, als würd’ ich mich nun recken und strecken,
um noch mehr dieser Schönheit zu entdecken.

Ich gebe zu, die Welt erscheint oft nicht so perfekt
wie das, was ganz tief in ihr steckt.
Dazu gehören, ja, auch du und ich,
jedes Wesen, sogar jede Sache. Hm. Verwunderlich.

In jedem Fall lohnt sich’s, danach zu greifen,
nicht in das Ferne abzuschweifen,
sondern im Hier und Jetzt dahin zu reifen,
die Welt als unperfekt, und doch vollendet zu begreifen.

 

Satz- und Lebenszeichen

 

Es kommt so'n Punkt, da setzt du einen Strich
unter alles, was war und sagst feierlich:
Punkt, Punkt, Komma, Strich,
das bin ich!

 

Von der Stimmigkeit der Paradoxien

 

Stehe fest und groß wie eine Eiche,
auch dann, wenn ich aus Milde weiche.

Bin umso klüger und im Kopf gelenk,
wenn ich fühle und bin und nicht so viel denk'.

Sage auch mal viel, indem ich schweige,
und dabei auf mich selber zeige.

Erkenne im Außen die schönste Sache,
wenn ich mich auf den Weg nach innen mache.

Sehe Sterne klarer, ja fast genau,
wenn ich nicht drauf, sondern daneben schau'.

Gebe mich dem Schöpfen am stärksten hin,
wenn ich erschöpft und kraftlos bin.

Bin wie ein blankes Blatt Papier
wenn ich erfüllt bin und kreier'.

Bin in bester Gesellschaft auch alleine,
ob ich nun lache oder weine.

Bekomme plötzlich, unerwartet, was ich will,
wenn ich nicht mehr fordernd bin, sondern still.

Finde im Leben den stärksten Halt,
in des Loslassens Vielfalt.

 

Kommt gut an

 

Mal die großen Fragen stellen,
die den Horizont erhellen.
Überlegen.
Dann bewegen.

Auch mal zurück- oder kürzer treten,
innehalten, meditieren oder beten.
Das zarte Neue hegen
und pflegen.

Vergangene, immer noch vertraute Schmerzen
nicht mehr durchkommen lassen bis zum Herzen.
Ne, nicht runterschlucken.
Nach vorne gucken.

Wenn die überwundenen Ängste dann zerschellen,
darauf surfen, wie auf hohen Wellen.
Bewusster
ohne alte Muster.

Fernbleiben von all dem Trüben,
um den klaren, weiten Blick zu üben.
Vom Getue
zu mehr Ruhe.

Euch das Wahre, Schöne einverleiben,
Liebesbriefe an das Leben schreiben.
Den Zauber erleben
und weitergeben.

 

Vom siebten Sinn und Achtsamkeit in neu(e)n Zeilen

 

Wenn ich fühle, anstatt zu denken,

wenn ich hinblicke, anstatt mich abzulenken,

wenn ich wahrnehme, anstatt zu sortieren,
wenn ich mutig handle, anstatt zu lamentieren,
wenn ich die Leere fülle, anstatt mich in ihr aufzugeben,
wenn ich der Liebe vertraue, anstatt mich ihrer zu entheben…

...kurzum, wenn ich schlicht und ergriffen bin,
führt das Leben mich genau hier hin:
zum - siebten - Sinn.

 

Von Reisen und Riesen und wie wir es drehen

 

Ich halte nicht mehr viel
von einem schicken Urlaubsprofil,
denn mein Reiseziel
ist jetzt das Domizil

in mir.

Ich bin der Heimathafen,
an dem meine Schiffe träumend ruhen, schlafen.
Ganz fest, ja mein Festland ist dieser Halt.
So geht für mich das neue Alt.
Werden und Sterben, Kommen und Gehen,
all das kann ich nun mit neuen Augen sehen.

Was auch immer dich festhält in deinen Rollen:
Du kannst dich befreien. Du musst es nur wollen.
Die Segel des Schmerzes - du kannst, ja sollst sie streichen.
Ankommen wollen - weil sich die Törns und Reisen gleichen.
Was dich erst rau gemacht, macht dich nun weich.
Macht dich so ganz, sogar ganz reich.

Von Wellen und Wind auf hoher See geschliffen,
sind Schönheit und Größe nun inbegriffen.
Der Weg ist es wert, wenn auch nicht leicht.
Sei die starke Hand, die man dir einst gereicht.
Es ist an der Zeit, zur Tat zu schreiten.
Du bist nun bereit, dein Herz zu weiten.

Eben noch haltlos auf dem Meer getrieben,
werfen, ja werden wir zum Anker.
Zum Leuchtturm.
Zum Hafen.

Um zu lieben.

 

Suchende

 

Das Licht spielt mit uns.
Sind wir Spielende oder am Spielende?

Das Leben lehrt uns.
Sind wir Lernende oder am Lernende?

Das Potenzial ruft uns.
Sind wir Schöpfende oder am Schöpfende?

Suchende: Wir sind jetzt Findende.

Durch den Meister, der geduldig wartete,
findet sich das Meisterwartete.

 

Mal nicht weiterschreiten

 

Mal nicht weiterschreiten,
sondern das Herz weiten.
Sieh nur, all die Kostbarkeiten.
Wir denken, wir lenken, doch wir verschenken
nichts von uns, sondern die Zeit,
denn was wir wollen ist stets zu weit.
Mal nicht weiterschreiten,
sondern das Herz weiten.
Sieh nur, all die Kostbarkeiten.

Sind gehetzt, doch vernetzt und quasi immer online.
Doch was die Cloud uns klaut macht uns letztlich allein.
Wir wittern im Twittern den Gesang unserer Zeit.
Alles geht flink, doch wie ein Fink klingt, weiß da noch wer Bescheid?

Mal nicht weiterschreiten,
sondern das Herz weiten.
Sieh nur, all die Kostbarkeiten.
Wir denken, wir lenken, doch wir verschenken
nichts von uns, sondern die Zeit,
denn was wir wollen ist stets zu weit.
Mal nicht weiterschreiten,
sondern das Herz weiten.
Sieh nur, all die Kostbarkeiten.

Dieses Schnelle macht uns helle, sagen wir uns beim Tippen.
Doch unsere Fragen, unsere Plagen bekommen wir kaum noch über die Lippen.
Wir liken und streiken, sind mal dafür, mal dagegen.
Doch was uns quält und was uns fehlt macht uns vor allem verlegen.

Mal nicht weiterschreiten,
sondern das Herz weiten.
Sieh nur, all die Kostbarkeiten.
Wir denken, wir lenken, doch wir verschenken
nichts von uns, sondern die Zeit,
denn was wir wollen ist stets zu weit.
Mal nicht weiterschreiten,
sondern das Herz weiten.
Sieh nur, all die Kostbarkeiten.

 

Heimat

 

Heimat ist eine magische Kraft,
die Verbindung zwischen uns Menschen schafft.
Und es kreuzen sich von Zeit zu Zeit
auch Wege für die Ewigkeit.

Wir bleiben jung, wir werden alt.
So ist der Lauf des Lebens halt!
Wir weinen Tränen des Glücks und der Trauer,
und weder das eine, noch das andere ist je von Dauer.

Wir schließen Frieden und führ’n dann wieder Krieg.
Und den Niederlagen folgt zumeist wieder Sieg.
Und ob wir nun bleiben oder fliehen,
die Erkenntnis ist die: Es ist alles nur geliehen.

Wo wollen wir, ja und wo gehören wir hin?
Und wer gibt dem Leben welchen Sinn?
Wir sind es, wenn wir für einander sorgen.
Ich red’ von wahrer Nachbarschaft.
Freundschaft.
Liebe.

Gestern. Heute. Morgen.

 

Ängste? Denkste!

 

Was ich noch über Ängste sagen wollte,
ist dass man sich vor gar nichts fürchten sollte.
Ob die Angst vor dem Guten oder Schlechten -
es ist mir ein Rätsel, warum wir stets das Neue fürchten,

ja sogar ächten.

Mein Tipp: Angst und Furcht am besten gar nicht beachten
und schon gar nicht darin verweilen oder schmachten.
Denn schaut man tief im Herzen nach dem Rechten,
Wird man feststellen, dass all die Ängste...

...gar nicht echt sind.

Also, einfach machen und dabei möglichst lachen.
Lassen wir es krachen mit den schönen, neuen Sachen!

 

Den Träumern und den Spinnern

 

Widmen wir unser Erinnern
den Träumern und den Spinnern,
den Forschern und Entdeckern,
den Pionieren und meinetwegen auch den Hackern.

Die nicht meckern und nicht motzen,
sondern lieber kleckern, ach was, klotzen.
Die vor lauter Tatendrang nur so strotzen
und, wenn sie sich übergeben, es an das Leben tun, anstatt sich auszu...toben.

Sie tanzen. Aus Freude und auch aus der Reihe.
Ignorieren die zynischen Rufe und Schreie.
Vor allem können sie eines: verzeihen.
Atemberaubend, welchen Zauber sie der Welt verleihen.

Jene, die lieber Frieden schließen,
anstatt auf einander loszuschießen,
kurzum: Jene, die mutig sind und aus sich schöpfen,
mögen Spuren hinterlassen in unseren Herzen und Köpfen.

 

Spurensuche

 

Ein Blick auf die Uhr.
Welche Spur
hinterlässt du nur
auf dieser, deiner Flur?

 

Das Leben ist ein Teppich

 

Deine Interpretation
ist eine Version der Wahrheit.
Und was ist Wahrheit?
Wer weiß das schon.

Depression? Transformation!

Vielleicht geht's im Leben
ja gar nicht ums Streben
und darum, sich stets so viel Mühe zu geben,
sondern einfach nur darum, die Dinge zusammenzuweben.

Und unsere Narben?
Ein Teppich  aus vielen schönen, bunten Farben.
Unsere Wunden
schon bald über-Wunden.

Wenn sich die Kreise schließlich schließen:
Keine Träne mehr vergießen.

Und genießen.

 

Was uns verbindet

 

Was uns trennt, das nennt man Vielfalt,
was uns fremd ist, das nennt man neu.
Was uns eint, ist das, was nachhallt.
Wozu die Abwehr, wozu die Scheu?

Was wir hier durch einander sehen,
ist das Neuland, das wir begehen.
Und was wir hier und jetzt gemeinsam sehen,
ist die Zukunft, für die wir alle stehen.

Wenn der Mut einmal uns schwindet,
und es fehlt sie - die Vision.
Schauen wir auf das, was uns verbindet
fernab von Politik und Religion.

Was wir in uns und um uns sehen,
ist das Festland, auf dem wir stehen.
Und was wir in einander sehen,
ist die Vision. Kommt, lasst uns ihr entgegengehen.

 

Alles eine Frage der Formulierung

 

Stern- und Geburtsstunden.
Neuland erkunden.
Die Welt fliegend umrunden
in wenigen Sekunden.

Und wenn man dich fragt, ob dir was fehlt,
sag einfach: „Nein, Mann. Ich bin beseelt!“

 

Wer sich nicht mehr gegen seinen Wert wehrt

 

Ich beuge, gebe mich hin diesem Ende
meiner magischen Zäune, Mauern und Wände.
Lieber stehe ich da mit leeren Händen
als das Leben und die Liebe abzuwenden.

Und wenn mich das Leben nur dieses eine lehrt:
Du und ich, wir sind Schätze von unschätzbarem Wert.
Und was auch immer das Leben hier uns beschert:
Wir kommen durch - unversehrt.

 

Der Weg ist gepflastert

 

Es gibt runde Geschichten und eben auch die unrunden.
Es gibt Momente des Glücks und eben auch die mit Wunden.
"Der Weg ist gepflastert", bekommt da neue Bedeutung
und eine Krise den Wert einer Chance zur Häutung.

 

Kein Problem, System

oder: ein Mem

 

Welche Wahrheit wird es brauchen, die dich durchschüttelt?
Welchen Einschnitt wird es brauchen, der dich wachrüttelt?
So viele Dinge, die dich immerzu aufwühlen.
Was kann nur helfen, dich herunterzuholen, dich abzukühlen?
 
Schaust der Wahrheit ins Gesicht und hast deine Brille nicht dabei.
Jagst dem Glück hinterher. Kaum ist es da, auch schon vorbei.
(Be)Findest dich auf der Suche, willst aber doch nichts entdecken
und bevorzugst so den Schmerz vor einem Ende mit Schrecken.
 
Was des einen Glück, ist des anderen Neid.
Kaum ist wer vollständig allein, ist er wieder zu zweit.
Was macht Menschen zu Menschen, was macht Verbindungen aus?
Wann ist Stille wichtig und wann der Applaus?
 
Geschlossenes System, wenn du kannst, mach’ auf.
Es ist leichter als du denkst - verlass' dich drauf.
Keine Reise, kein Weg wäre jemals zu weit
für das Leuchten in deinen Augen - Lebendigkeit.

Dass du manchmal träumst, gibt mir Grund zu hoffen.
Liebes System, mach’ jetzt auf und bleib' dann offen.

 

Dichten soll weiten
 
Ich finde, Dichter sollen weiten.


Uns in andere, schöne Welten geleiten.


Uns auf unseren Wegen stärkend begleiten.


Uns bereichern, in den guten wie den schlechten Zeiten.

 



Unendlichkeit stecke in einem Gedicht.


Wortloses bekomme Flügel, Form, ein Gesicht.


Die wahre Kunst ist es gar so zu reimen,


dass die Worte wie Samen der Freiheit aufkeimen.



 

Ja, das ist es, was ich meine mit "Weiten".


Dichter, zeigt uns das Leben von ungeahnten Seiten!


Man möchte in diesen, euren Zeilen


Heimat finden, fliegend verweilen.